Termine für Oktober 2017

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Honigqualität

Grundsätzlich ist unsere Völkerführung nicht allein darauf ausgelegt einen hohen Honigertrag zu erwirtschaften, sondern wir legen vor allem Wert darauf, ein rückstandsfreies Lebensmittel zu produzieren.

Seit einigen Jahrzehnten lebt in Deutschland ein Bienenparasit den der Imker unbedingt bekämpfen muss:

Die Varraoa-Milbe

Bienen mit Milben

Bereits seit Beginn des 20. Jahrhunderts breitet sich die auf der Bienenbrut und den erwachsenen Bienen parasitierende  Varroa-Milbe von Südostasien aus über die Erde aus. Deutschland wurde 1971 erreicht, wenn auch massive Probleme erst später auftraten.

Im Herkunftsgebiet existiert ein Gleichgewicht zwischen den Milben und dem Bienenvolk, so dass beide überleben können. Durch die unterschiedlichen klimatischen Bedingungen und ein etwas anderes Erbmaterial der hiesigen Honigbiene vermögen unsere Bienen der Milbenbelastung nicht stand zu halten. Inzwischen stellen die Varroa-Milben einen der größten Einflussfaktoren auf die Völkerführung in der deutschen Imkerei dar. Unbehandelt sterben Bienenvölker innerhalb weniger Jahre nach der Infektion mit Varroa-Milben.

Zur Bekämpfung dieser Bienenkrankheit steht eine ganze Reihe sehr unterschiedlicher Medikamente zur Verfügung. Die chemische Industrie bietet einige Behandlungsmittel auf Basis organischer Verbindungen an, die auf Grund ihrer Struktur leider dazu neigen sich im Wachs anzureichern. Alternativ können einfache organische Säuren gegen die Varroa-Milben eingesetzt werd

  • Ameisensäure
  • Oxalsäure
  • Milchsäure

Diese Säuren sind auch natürlicherweise im Honig enthalten, gesundheitlich völlig unbedenklich und ihr Einsatz als Medikament steigert die Gehalte im Honig zumeist nicht nachweisbar. Im Honig werden Mengen von einigen Dutzend tausendstel Gramm Oxalsäure pro kg Honig gemessen, während z.B. Rhabarber mit 2.6 - 6.2  Gramm Oxalsäure pro Kilogramm der frischen Pflanze fast die tausendfache Menge enthält.
Neben organischen Säuren reagieren Varroa-Milben auch empfindlich auf einige  Ätherische Öle und Duftstoffe wie z.B. Thymol oder Wintergrünöl.

Wir verwenden ausschließlich organische Säuren und die Duftstoffe zur Bekämpfung der Varroa-Milbe und sorgen für einen regelmäßigen Austausch der Waben im Bienenstock.

Der Wachskreislauf

Im Bienenvolk in der freien Natur sorgen die Große und die Kleine Wachsmotte für eine Erneuerung des Wabenbaus, indem ihre Waben die im Winter von den Bienen nicht besetzten Teile der Waben als Lebensgrundlage nutzen. Da der Imker im Winter überschüssige Waben entnimmt, um z.B. das Volumen, das die Bienen erwärmen müssen zu verkleinern, findet durch die Wachsmotten keine "Bauerneuerung" mehr statt. Deshalb müssen wir dafür sorgen, dass die Bienen regelmäßig neue Waben ausbauen, weil in den Brutwaben nach dem Schlüpfen einer Biene jeweils deren Kokon zurückbleibt. So werden die Zellen mit jeder Generation kleiner und dementsprechend auch die Bienen. Gleichzeitig nimmt mit dem Alter der Waben die Gefahr zu, dass über sie Krankheiten übertragen werden.

Daher geben wir möglichst viele frische "Mittelwände" in die Bienenvölker. Mittelwände werden aus Bienenwachs hergestellt und besitzen ein vorgeprägtes Zellmuster, die Bienen brauchen hieraus die vorgeprägten Zellränder nur noch weiter auszuziehen. Neben frischen Mittelwänden hängen wir in jedes Volk auch  einige leere Rähmchen, in denen die Bienen "Wildbau" errichten können. Die vorgeprägten  Mittelwände besitzen ein an die Größe von Arbeitsbienenlarven  angepasstes Zellmuster, während zu einem natürlichen Bienenvolk auch Drohnen gehören, die in größeren Zellen herangezogen werden.

Alte Waben werden eingeschmolzen und die Rähmchen gleichzeitig bei den hohen Schmelztemperaturen sterilisiert. Aus Wachs das beim Entdeckeln von Waben (bei der Honigernte) anfällt, oder aus "Wildbau"-Waben lassen sich theoretisch neue Mittelwände gießen, dies lohnt sich für unsere kleine Imkerei im Moment aber leider noch nicht.