Termine für Oktober 2017

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Dr. Marc Hagemeier

Das erste mal kam ich als Teenager mit Bienen in Kontakt. Damals habe ich einige Male einem Imker über die Schulter geschaut, der noch ausschließlich in Hinterbehandlungsbeuten arbeitete. D. h. man greift von hinten in den Bienenkasten und bei quer zum Flugloch angeordneten Waben muss man alle Waben entfernen, bevor man die vorderste erreicht. Später habe ich aus Liebhaberei eins unserer Völker in so einer Hinterbehandlungsbeute gehalten, aber schon nach einem Jahr das Volk in ein Magazin umgesetzt. Die Arbeit an einem solchen Volk ist sehr aufwendig außerdem leiden die Bienen unter dem Umsetzen der vielen einzelnen Rähmchen mehr als bei einer schnellen Durchsicht eines Magazinvolkes.

Leider hatte ich während der Oberstufenzeit keine Gelegenheit Bienen zu halten. In meiner Studienzeit (ich habe Biologie in Göttingen und Kassel studiert) wäre wohl genügend Zeit für die Bienen gewesen, aber die Gelegenheit (Aufstellungsplatz und vor allem auch Raum zum Schleudern und Lagern aller Werkzeuge und Waben etc.) fehlte. Nach dem Studium habe ich dann begonnen in der Waldökologie zu promovieren. Während der Freilandarbeit in vielen Wäldern in Nordwest- und Mitteldeutschland gab es weder Zeit, noch Energie Bienen zu halten, obwohl ich damit seit vielen Jahren liebäugelte. Schließlich waren alle Feldarbeiten abgeschlossen und der Freilandbiologe saß hinter seinem Schreibtisch vor langen Zahlenkolonnen, Turbo Pascal Quellcode, seltsamen Grafiken und schwer verständlichem Text. Da ergab sich die auf einem ehemaligen Nebenerwerbsbauernhof ein paar Bienenvölker zu halten.

Nach dem ersten Jahr (Sommer 2000 bis Sommer 2001), in dem wir drei Bienenvölker betreuten, ergab sich die Möglichkeit zu sehr günstigen Konditionen acht Beuten (Bienenstücke), teilweise mit Bewohnerinnen und Bewohnern, zu kaufen. Insgesamt konnten wir schließlich auf 13 Trachtvölker ausbauen. Ohne die Erfahrungen des ersten Jahres wäre es kaum möglich gewesen alle Völker ausreichend zu pflegen. Im Jahr 2003 mussten wir die Bienen leider vorübergehend wegen einer beruflichen Neuorientierung an einen Kollegen verschenken.

Nach einigen Jahren Berufserfahrung im Vertrieb habe ich mich im Herbst  2007 entschlossen meinen Arbeitsvertrag zu kündigen und mich um unseren Sohn Finn zu kümmern.

Jetzt ist mehr Zeit für die Bienen und inzwischen betreuen wir ungefähr 25 Völker. Unsere Imkerei ist jetzt auf dem Weg vom Hobby zum bescheidenen Nebenerwerb.